Sushikritik 2: Ishin (Bundesallee)

  1. Location: Ishin (Bundesallee)
    • Web:http://www.ishin.de
    • Wo: Bundesallee (zwischen U-Bahnstationen Spichernstrasse und Güntzelstrasse)
    • Achtung: Hat Sonntags geschlossen!
    • Wann: Sa, 29.10.06, 19.30 Uhr
    • Anlass: B. hält es ohne J. nicht mehr zuhause aus, macht sich magenknurrend zum nächsten Sushi auf.
    • Erwartung: Nix besonderes. War schon einmal mit J. dort, da waren wir eher enttäuscht. Auch vom Ishin in Steglitz war ich jetzt nicht begeistert. Aber wollte der gut gehenden und auch sympathisch rüberkommenden Sushikette wieder eine echte Chance geben.
  2. Das Restaurant:
    • Reservierung: Für mehrere Personen auf jeden Fall, damit man dann auch zusammensitzen kann. Allein oder zu zweit findet man dagegen wohl immer ein Plätzchen.
    • Einrichtung/Design:Vor kurzem erst eröffnet worden, ein langer Raum mit querstehenden langen Tischen. Auf der Seite nach draussen komplett verglast, auf der anderen Seite hat man mittig den totalen Einblick in die Küche, ansonsten stehen da Theken mit Gläsern, Spüle, usw. Die Tische sind in warmem Braun. Bequeme Stühle. Also mir gefällts eigentlich. Kein Schnickschnack. Man merkt hier gehts ums Essen, um sonst nix. Einzig von der Decke hängende Menükarten gehören dann doch eher in einen Baumarkt.
    • Atmosphäre/Publikum: Viel los. Man sitzt recht eng aufeinander, muss auch ab und zu mal aufrücken. Jeder Platz wird ausgenutzt. Aber trotzdem herrscht keine Bierzeltatmosphäre, sondern ein wirklich nettes lockeres Miteinander.
    • Raumklima: Hier sind die Vorteile gegenüber dem Kuchi am deutlichsten. Angenehm. Etwas warm vielleicht. Aber die Luft ist nicht stickig. Als Qualmer wollte ich auch eher nicht herkommen, jedenfalls allein. Rauchen ist nämlich nur in einem kleinen Art Bambuspavillon in einer Ecke gestattet. Hehehe. Ach ja, Hintergrundmusik ist mir bewusst keine aufgefallen, und da der Raum auch nicht niedrig wirkt – und die Leute vor allem zum Essen und nicht zum Quatschen herkommen – herrscht auch nur Zimmerlautstärke.
    • Bedienung: Super. Drei süsse japanisch aussehende Mädels wuseln ständig aufmerksam und geschäftig mit ihren Minicomputern durch den Gang. Wirken dabei aber überhaupt nicht gehetzt, sondern seltsamerweise immer noch ruhig und freundlich. Und man bekommt einiges mit, wenn man an einem Tisch direkt neben der Theke sitzt. Sobald man sich setzt, steht auch schon der Tee vor einem. Und auch die Rechnung wird fix gebracht.
    • Wartezeit: Auf das Essen musste ich schon 20 Minuten warten. Aber Samstag abend, volles Haus, da ist das total in Ordnung.
    • Kategorie: Sushi-Restaurant.
  3. Das Essen – im Detail:
    • Angebot: Sehr weit gefächert. Es gibt so viele Angebote (und Karten), dass man fast den Überblick verliert. Habe den Eindruck, dass die meisten weniger Sushiröllchen essen, als vielmehr eine Art Reistopf mit viel frischem Fisch.
    • Mein Menü: 8 California Uramaki (ohne Mayonaise), 8 Spicy Tuna-Maki, 2 Maguro-Nigiri; dazu den kostenlos angebotenen Standardtee.
    • Dekoration/Garnitur/Teller: Die Stäbchen muss man selber auseinanderbrechen und liegen schon von Anfang an da. Das Sushi wird total individuell angerichtet, bei mir kompakt auf einem runden Tablett. Aber auch hier nerven die grünen Plastiktrenner – da muss man sich wohl einfach mit abfinden.
    • Besonderes: Zugaben von der Küche! Bei jedem Ishinbesuch bisher, gab es noch einige nicht bestellte Extras aufs Teller. Bei mir war es diesmal noch ein zusätzliches Nigiri, zwei süsse Sushiröllchen, sowie eine Art Teigtasche. Wirklich toll! Die Extras waren leider (bisher) alle immer eher süss, was nun einmal nicht unser Geschmack ist. Daher werden sie jetzt auch nicht weiter bewertet.
    • Tee: Eine weitere positive Besonderheit bei Ishin: Jeder bekommt einen mit Schriftzeichen verzierten Becher mit Grüntee gleich hingestellt. Der kostet nix, und an der Theke kann man selber immer wieder heisses Wasser nachgiessen. Der Tee schmeckt natürlich nicht so gut wie frischer Jasmintee, aber allein schon vom finanziellen her gesehen ist dieser Selfservice positiv.
    • Ingwer/Meerrettich: Den Ingwer findet man in einem Plastikschälchen für alle auf dem Tisch, schmeckt auch dementsprechend nicht so richtig frisch. Der Meeretich, auf dem Teller, war dagegen schön scharf.
    • Sushi:
      • Röllchen-Grösse: Eher etwas kleiner.
      • Röllchen-Konsistenz: Hier sollte man genau hinschauen: Bei unserem letzten Besuch waren die Röllchen so voller Mayonaise, dass Ishin froh sein sollte, dass es da noch keinen Sushiblog gegeben hat. Diesmal aber war ich vorsichtiger, und in der Tat, werden die California Uramaki mit und ohne Mayonaise angeboten. Und die Bedienung hat auch wirklich nachgefragt. Hab dann natürlich freudig auf Mayo verzichtet. Und wirklich war die Konsistenz jetzt sehr gut.
      • Röllchen-Kaviar: Nix besonderes, eher klein. Immerhin in zwei Farben, rot und grün :-).
      • Röllchen-Overall: Verglichen mit dem Kuchi ein grosser Schritt in die richtige Richtung, zuviel Salz oder Sesam sind hier kein Thema. Die Spicy-Tuna Röllchen sehen auch toll aus. Mit unglaublich viel oranger Chili/Zwiebel-Masse zusätzlich oben drauf getoppt. Allerdings geht der Fischgeschmack dadurch etwas unter. Bei den California fällt einem nach einiger Zeit vor allem auf, dass man ständig kauen muss. Der Grund dafür sind die ziemlich festen Algenblätter, was insgesamt dann nur ein eher durchschnittliches Geschmackserlebnis hinterlässt.
      • Nigiri: Gut. Nichts auszusetzen. Aber der Fisch wirkt (natürlich nur total subjektiv) nicht ganz so frisch.
  4. Das Essen – insgesamt:
    • Satt?: Und wie. Hatte ja im Hunger 16 Röllchen und 2 Nigiri bestellt. Dazu kamen noch die ganzen Extras. War danach doch etwas übersättigt.
    • Fazit-Fisch: In Ordnung.
    • Fazit-Reis: Ok. Vielleicht, etwas zu bissfest für meinen Geschmack.
    • Fazit-Essen: Gibt nix grossartig zu beklagen. Empfehlenswert.
  5. Das Finanzielle:
    • Konkreter Preis (inkl. Trinkgeld): 14 Euro (inkl. Trinkgeld).
    • Empfehlung: Würde vielleicht mehr Nigiri und Sashimi als Sushiröllchen essen.
    • California-Inside-O-Meter: 8 Stück = 5,20 Euro.
    • Preisklasse: Günstig.
    • Preis-Leistungsverhältnis: Sehr gut.
  6. Also, wie wars?:
    • Fazit-Gesamt: Ins Ishin geht man, wenn man Hunger hat und gerne Sushi isst. Da macht man sich nicht schick dafür, da reserviert man nicht, da geht man einfach hin und isst. Und das in annehmbarer Qualität und zu einem hervorragenden Preis/Leistungsverhältnis. Ist schon klar, wieso da mittags fast immer voll ist.
    • Top: Zum zwanglos Essengehen, ob mittags oder abends, allein, zu zweit oder in der Gruppe.
    • Flop: Ungeeignet für einen besonderen Anlass.
    • Persönliches Fazit: Sushi – gut und günstig.
    • J. hat das letzte Wort:
  7. Top-Ten-Wertung: — (gefühlt: Obere Mittelklasse)
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