Sushikritik 3: Sushi Club (Steglitz)

  1. Location:Sushi Club
    • Wo: Direkt gegenüber S/U-Bahnhof Steglitz (Dueppelstr. 41).
    • Achtung: Nur Barzahlung! Keine Zahlung mit Karte möglich.
    • Wann: Fr, 12.1.07, 19.30 Uhr.
    • Anlass: Endlich Feierabend! Und selten hat sich B. Sushi mehr verdient. Was für stressige Arbeitswochen. Und im Gegensatz zu seiner verwuschelteren Hälfte kommt B. trotzdem dem öffentlichen Interesse an einer umgehenden Berichterstattung nach. Oder, sagt J. vielleicht Sushi Bar Tamashi noch was?
    • Erwartung: Waren vor einem Jahr direkt nach der Eröffnung schon mal da. Damals war der Eindruck eigentlich nur positiv. Habs auch weiterempfohlen, und bisher nix negatives gehört. War jetzt dementsprechend gespannt.
  2. Das Restaurant:
    • Reservierung: Unnötig.
    • Einrichtung/Design:Ein lustiges Design, mit einem grossen Comicfisch an der Wand. Hat 2 Ebenen mit grosser Treppe, auf der man begrüsst wird. Die Inneneinrichtung (Tische und Co) ist eigentlich eher bieder. Aber durch das viele Glas und den coolen Treppenaufgang, wirkt alles offen, sogar ein bisschen elegant. Und es gibt auch gemütlichere Zweiertische an der Wand.
    • Atmosphäre/Publikum: Man sitzt angenehm ausseinander. Alles wirkt recht ungezwungen. So ein bisschen wie das Feeling am Potsdamer Platz eigentlich sein müsste. Um diese Uhrzeit, Freitag abends, hauptsächlich gut aussehende Personen zwischen 20 und 35, die vielleicht gerade vom Shopping in der Schlossstrasse kommen. – Bitte keine dummen Witze, inwiefern auch ich dieser Kategorie angehöre 😉
    • Raumklima: Ich sitze in der oberen Etage, direkt am Treppenraum, sozusagen an der Balustrade. Und hier ist es wirklich verdammt warm. Dazu ist die Hintergrundmusik für meinen Geschmack doch recht penetrant und laut.
    • Bedienung: Nun ja. Nicht so toll. Oder sagen wir, uninteressiert. Oder vielleicht besser, cool. Das Essen kommt, bevor ich mit der Suppe fertig war. Der Kellner schaut mich nicht mal an. Na ja, dafür hat man von hier oben einen Blick auf das geschwätzige und gut gelaunte Treiben an der Theke, wohin der Typ lässig zurück schlendert.
    • Wartezeit: Nur positiv: Suppe und Sushi kamen wirklich extrem fix. Kein Vergleich zum Beispiel mit so einem überlaufenen Laden wie dem Ishin. Aber ok, es waren auch wirklich nur ein paar Leutchen da.
    • Kategorie: (Nur-)Sushi-Restaurant.
  3. Das Essen – im Detail:
    • Angebot: Hatte den Eindruck, dass das Angebot eher traditionell ist. Also, Sushi in den üblichen Variationen. Vielleicht etwas mehr exotische Temaki-Rollen. Positiv: sehr gut zusammengestellte Menüs.
    • Mein Menü: Menü 6 (8 California I-O, 6 Sake-Maki, 2 Sake-Nigiri, Miso-Suppe und Tee), dazu nahm ich noch ein Maguro-Nigiri (also Thunfisch).
    • Dekoration/Garnitur/Teller: Schöner Teller, keinerlei nervige Plastikabtrenner – was für eine Erholung.
    • Besonderes: Super positiv: Als Garnitur nett drapierter total erfrischender Rettich mit Gurke(!).
    • Tee: Wie bei Ishin, Grüntee inklusive. Allerdings, soweit ich mich erinnern kann, ohne Nachfüllmöglichkeit. Der Becher ist leider ziemlich klein, und der Tee schmeckt hauptsächlich nach Wasser. Am besten einfach keinen Durst haben.
    • Ingwer/Meerrettich: Den Ingwer findet man in einem Glasschälchen auf dem Tisch, schmeckt aber überraschenderweise richtig frisch und angenehm süsslich. Der Meerrettich auf dem Teller war voll in Ordnung.
    • Sushi:
      • Röllchen-Grösse: Unterschiedlich, mal etwas kleiner, dann beim Anschnitt auch mal grösser.
      • Röllchen-Konsistenz: Richtig richtig grosse Reiskörner. Wirkt manchmal etwas matschig, fällt aber trotzdem seltsamerweise nicht wie befürchtet ausseinander. Ab und zu kleben die Maki aneinander.
      • Röllchen-Kaviar: Klein, rot, unauffällig. Häufig nur ungleichmässig verteilt. Na ja, ok.
      • Röllchen-Overall: Was soll ich sagen. Alles total simpel, ohne jede Form von Perfektion oder Experimentierfreude. Man könnte das schlampig nennen. Ich würde eher sagen, sympathisch. Auch die Zutaten (Avocado und Co.) sind nicht so exotisch, abwechslungsreich und verspielt wie im Ishin, dafür aber angenehm im Biss und frisch.
      • Nigiri: Der Fisch zergeht auf der Zunge. Was den Frischegrad angeht, bräuchte ich jetzt aber die feinfühlige Zunge von J. Nun denn, gefühlt auf einer Skale von 1-6 würde ich dem Fisch eine 2- geben.
  4. Das Essen – insgesamt:
    • Satt?: Schon. Wollte es ja auch nicht übertrieben. Aber man gestatte mir eine kleine Randbemerkung: Nachdem nach der letzten Ishin-Völlerei mein Magen ganz schön zu kämpfen hatte, war das Essen im Sushi Club eine richtig gut verträgliche Erholung.
    • Fazit-Fisch: In Ordnung.
    • Fazit-Reis: Grobkörnig, ok.
    • Fazit-Essen: Kurz und knapp: Schmeckt wie hausgemacht. Für alle, die das nicht ganz klar sehen: das ist positiv gemeint!
  5. Das Finanzielle:
    • Konkreter Preis (inkl. Trinkgeld): 9.50 Euro (inkl. Trinkgeld). Ehrlich!
    • Empfehlung: Unbedingt ein Menü nehmen. Das ist echt viel Sushi fürs Geld.
    • California-Inside-O-Meter: 8 Stück = ca. 4,00 Euro (Bin mir aber nicht sicher, weil ich das Menü hatte!)
    • Preisklasse: Schnäppchen-Kategorie
    • Preis-Leistungsverhältnis: Spitzenmässig!!! Das beste, das ich kenne. Hoffen wir, dass es noch lange so bleibt, und die 50%-Werbung ewig an der Fassade hängt.
  6. Also, wie wars?:
    • Fazit-Gesamt: Hier ist alles lässig. Selbst das einfach gestrickte Sushi kann man nicht als „Konzentration“ auf das Wesentliche bezeichnen. Aber gerade deswegen, ohne jeden Schnickschnack, schmeckt es wirklich gut. Und verglichen mit dem Ishin würde ich „ein kleiner Fisch namens Sushi“ für ein schnelles Sushi-Essen auf jeden Fall vorziehen. Nicht nur wegen des unbestechlichen Preis-Leistungsverhältnisses.
    • Top: Zum Date. Lockere ungezwungene Atmosphäre und hohe Temperaturen.
    • Flop: „Da schmeckts, sowas hast Du noch nicht erlebt.“
    • Persönliches Fazit: Simples Sushi – in lockerer Atmosphäre und super günstig.
    • J. hat das letzte Wort:
  7. Top-Ten-Wertung: — (gefühlt: obere Mittelklasse)
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